Benefizkonzert mit Liedern von Reinhard Mey

Rudolf Zörndlein spielt in Hirschlach
Bildrechte Daniel Ammon

Der Name hat immer noch Anziehungskraft. Und das, obwohl der bedeutendste Vertreter der deutschen Liedermacherszene nicht selbst zu Gast war. Die Rede ist von Reinhard Mey. Der pensionierte Religionslehrer Rudolf Zörndlein aus Schwabach spielte eine kleine Auswahl aus dem umfangreichen Liederrepertoire des 1942 geborenen Berliners. 
Die kleine Kirche St. Johannis hat bei den traditionellen Abendserenaden zum Ende der Kirchweih schon lange nicht mehr so viele Gäste gesehen. Doch Reinhard Mey könne mit seinen Liedern bis heute „die Menschen in Schwingung bringen“, fasste Pfarrer Thomas Meinders in seiner Begrüßung das Phänomen zusammen, dass der Liedermacher mit seinen Chansons auch nach über 60 Jahren auf der Bühne Generationen verbinde. Seine Lieder seien witzig bis tiefgründig. Bei der Musik werden bei ihm selbst Kindheitserinnerungen wach, denn seine Mutter habe Meys Lieder oft gehört, und das gerne zur Hausarbeit, verriet Meinders.  
Rudolf Zörndlein begann den Abend mit dem vielsagenden Lied „Gib mir Musik“ aus dem Jahr 1996. Seine Frau Isolde streute zwischen den Stücken Anekdoten aus dem Leben des Künstlers ein und verriet Wissenswertes zu den gespielten Songs. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfuhren so, dass Mey zu Beginn seines Schaffens in den 1960er und 1970er Jahren hauptsächlich Themen wie Liebe, Fliegen und Tücken des Alltags in seinen Liedern verarbeitete. Da durfte an diesem Abend die Hymne an das Fliegen „Über den Wolken“ selbstredend nicht fehlen. Der Berliner schrieb sein bekanntestes Lied während seinem Erwerb der Privatpilotenlizenz 1973. Mit der Geburt seiner drei Kinder Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre trat das Thema Kinder und Familie in den Vordergrund seines kreativen Schaffens. Auch dazu hatte Zörndlein zwei Werke dabei. In den 1990er Jahren kamen gesellschaftskritische Themen bei Mey auf. In den letzten Jahren setzte sich der Liedermacher vermehrt mit dem Thema „Vergänglichkeit“ auseinander, erfuhren die Serenadengäste. 
Rudolf Zörndlein hatte an dem zweistündigen Abend eine gut ausgewählte Liste an bekannten und weniger bekannten Werken dabei, ältere und neuere Stücke brachte er meisterlich dar. Die Auswahl mag gar nicht so leicht gewesen sein, bei 500 Liedern, die Mey bis heute geschrieben hat. Wer auf Konzerten von Reinhard Mey war, konnte feststellen, dass Zörndleins Gitarrenspiel sehr an das des Liedermachers erinnerte.  
Zum Beschluss intonierte er das Abschiedslied „Die Zeit des Gauklers ist vorbei“ und den Evergreen „Gute Nacht, Freunde“. Bei Letzterem sang das Publikum textsicher mit und spätestens hier konnte man feststellen: Reinhard Meys Lieder verbinden Menschen und Generationen hinweg. Etwas, das nicht viele Künstler schaffen.

Das Konzert war ein Benefizkonzert zugunsten von des Vereins Kinderschicksale Mittelfranken. Nachdem die Kirchengemeinde den Spendenbetrag noch aufgerundet hat, kamen 1.200 Euro zusammmen, die an den Verein überwiesen wurden.
Mehr Infos finden sich unter dem Link.

Text: Daniel Ammon